Operative Therapie

Therapie von Erkrankungen des venösen-, arteriellen- und Lymphgefäßsystems.

Unser Hauptschwerpunkt ist die operative Therapie des Krampfaderleidens (Varikose).

Hämodynamisch wirksame Krampfadern sind kein kosmetisches Problem, sondern eine Krankheit, die behandlungsbedürftig ist.

Ausdruck der Erkrankung sind die unterschiedlichen Schweregrade einer Krampfadererkrankung bis hin zum sogenannten "offenen Bein" (Ulcus cruris venosum).

Vor der OP
Am Tag vor der OP erfolgt nochmals ein ausführliches Aufklärungsgespräch in welchem Sie alle verbleibenden Fragen stellen können und beantwortet bekommen. Gleichzeitig werden die Krampfadern mit einem wasserfesten Stift angezeichnet, da sie ja nicht mehr sichtbar sind, wenn Sie auf dem OP-Tisch liegen.

Unsere Verfahren
Zur Zeit werden überwiegend Teilstrippingverfahren der Stammvenen durchgeführt. Dadurch können Komplikationen auf ein Minimum reduziert werden. Seltener erfordert der Befund auch einmal eine Totalstripping-Operation. Die Seitenastvarizen werden mittels Mini-Phlebektomie entfernt.

In der Leiste erfolgt ein Schnitt von 3-4 cm. An wenigen anderen Stellen (oft nur eine unterhalb des Kniegelenkes) können kleine Schnitte von ca. 5 mm nötig werden.

Zunehmend nimmt das Radiowellenverfahren (VNUS closure fast) den ihm gebührenden Raum ein.

Betäubungsart

Die Operationen erfolgen ausschließlich in einer Sonderform der örtlichen Betäubung (Tumeszenz-Anästhesie), das heißt es wird keine Spritze im Bereich der Lendenwirbelsäule wie bei Lumbal- oder Periduralanästhesie gesetzt.

Der Vorteil dieses Vorgehens besteht darin, dass die Unterschenkel-Muskulatur nicht betäubt ist und so die Gelenk-Muskelpumpe zur Thromboseprophylaxe durchgehend zur Verfügung steht. Somit besteht zu keiner Zeit eine Immobilisationsphase, in der die Thrombosen entstehen können. Vollnarkose, Lumbal- oder Peridual-Anästhesie sind immer mit Immobilisationsphasen verknüpft. Ausserdem sind diese Verfahren mit unterschiedlichen Nachwirkungen belastet.

Ängstliche Patienten
erhalten selbstverständlich ein beruhigendes Medikament gespritzt, welches Angst- oder Erregungszustände beseitigt. Die Dosierung kann ganz individuell bis hin zum Dämmerschlaf gestaltet werden.

Vorteile der örtlichen Betäubung
Das geschilderte Betäubungsverfahren in Kombination mit der ambulanten Durchführung der OP senkt die Thrombosegefährdung auf ein maximal erreichbares Minimum herab. Dennoch erfolgt zusätzlich für einige Tage eine Thromboseprophylaxe mit niedermolekularem Heparin.

Ein weiterer Vorteil der Arbeit mit örtlichen Betäubungsmitteln besteht darin, daß ein erster Wundschmerz erst nach Stunden spürbar wird, während z.B. nach Vollnarkose der Wundschmerz unmittelbar nach dem Wachwerden auftritt. Unsere Patienten beschreiben den Wundschmerz lediglich als ein gewisses Brennen. Alle Patienten bekommen natürlich dennoch 2 Schmerztabletten für den Bedarfsfall mit nach Hause.

Nach der OP
Wenn Sie die Praxis nach einigen Stunden verlassen, können Sie nachmittags bereits wieder einen kleinen Spaziergang unternehmen. Nach der OP und bei jedem weiteren Vorstellungstermin werden Ihnen alle Details der weiteren Nachbehandlung genau geschildert.

Neue Methoden
In letzter Zeit gewinnen zunehmend neue Methoden, wie Radiowellentherapie (VNUS closure fast) der Stammvenen an Bedeutung.

Diese Verfahren haben ebenfalls das Ziel, die insuffizienten Strecken der Stammvenen zu verschließen. Anstelle einer Entfernung, wie bei der klassischen Operation, zielen diese Verfahren darauf ab, die Stammvenen von innen her mit Radiowellenenergie so zu behandeln, daß Sie vernarben. Diese "Narben" werden im weiteren Verlauf vom Körper abgebaut. Damit ist die Stammvene nicht mehr nachweisbar.

Es zeichnet sich immer mehr ab, daß sich in Deutschland das Radiowellenverfahren (VNUS closure fast) durchsetzt.

Erfahrungen mit dieser Technik bestehen international seit 1998. In Deutschland wird sie seit dem Jahr 2000 praktiziert. Von Jahr zu Jahr ist die Technik optimiert worden.

Die Betäubung erfolgt in einer Sonderform der örtlichen Betäubung (Tumeszenz-Lokalanästhesie).

Sämtliche Arbeitsgänge werden unter Ultraschallkontrolle durchgeführt. Die kurz- und mittelfristigen Ergebnisse sind sehr gut und somit denen der klassichen Operationsmethoden ebenbürtig.

Die wesentlichen Vorteile sind:

  • kosmetisch bestmögliches Resultat (keine Narben), da nur eine Punktion der Vene durchgeführt wird
  • kein Leistenschnitt nötig
  • geringe Einblutung ins Gewebe oder in die Haut
  • geringe Schmerzbelastung
  • annähernd normale Beweglichkeit und Belastbarkeit bereits am Tage nach dem Eingriff
  • kürzere Arbeitsunfähigkeit
  • kürze Pausenzeiten für sportliche Betätigungen
  • auch bei Schrittmacherpatienten anwendbar

Bei Interesse erhalten Sie weitere ausführliche Informationen in der Praxis.

Die ultraschallgestützte Schaumverödung setzen wir bevorzugt bei Seitenast- und Rezidivvarizen ein.

Das neue an dieser Methode ist das Aufschäumen des Verödungsmittels und die gezielte Injektion in die Krampfader unter Ultraschallkontrolle. Der Verödungsschaum hat nicht nur den Vorteil, daß er mit Ultraschall kontrollierbar ist, sondern daß der Verödungserfolg besser ist als bei der bisher üblichen Flüssigkeitsverödung.